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Warum Bücher über Fahrradfahren Dich nicht zum Radfahren bringen – und was das mit Therapie zu tun hat

Man kann Bücher übers Fahrradfahren lesen und trotzdem nicht Radfahren können. Man kann alle Theorien über Gesprächstherapie und Gestalttherapie studieren – und sich im echten therapeutischen Gespräch trotzdem unsicher fühlen.

Stell Dir vor, Du könntest neue Fähigkeiten in einem geschützten Raum ausprobieren. Stell Dir vor, Lernen würde nicht nur Wissen vermitteln, sondern Sicherheit, Erfahrung und Vertrauen wachsen lassen. Genau das ist das Prinzip hinter den Therapiegruppen in der Ausbildung.

Theorie und Praxis gehören zusammen

Eine gute therapeutische Ausbildung besteht aus zwei unverzichtbaren Bausteinen: Theorie und Praxis. Die Theorie hilft zu verstehen, warum Menschen so handeln, fühlen und denken. Die Praxis hilft, dieses Wissen verantwortungsvoll anzuwenden.

„Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie." – Kurt Lewin

Genau das lässt sich in der Ausbildung erleben – gute Theorie eröffnet neue Möglichkeiten, gute Praxis macht sie lebendig.

Das Herzstück: feste Therapiegruppen

Neben Einzelarbeit, Paararbeit und Plenum sind die festen Therapiegruppen ein Herzstück der Ausbildung. Dort geht es persönlicher und intensiver zu – es ist der Ort der Selbsterfahrung. Je nach Teilnehmerzahl entstehen mehrere feste Gruppen, jede begleitet von mindestens einer erfahrenen Moderatorin, die selbst die zweijährige Ausbildung durchlaufen hat und bereits mit Klientinnen und Klienten arbeitet.

In diesen Gruppen wird intensiv geübt – im sogenannten PTO-Format: Patient, Therapeut, Observer (also Klient, Therapeut, Beobachter). Du übernimmst abwechselnd alle drei Rollen, gibst konstruktives Feedback und erhältst selbst Rückmeldung. Genau dadurch wächst mit der Zeit Deine Sicherheit.

Fehler machen ist Teil des Konzepts

Viele kommen mit der Sorge in eine solche Ausbildung: Was, wenn ich Fehler mache? Die ehrliche Antwort: Natürlich wirst Du Fehler machen. Nicht alles läuft nach Lehrbuch – und das ist auch gut so, denn genau dafür gibt es diese Gruppen.

„Der einzige Mensch, der gebildet ist, ist derjenige, der gelernt hat zu lernen und sich zu verändern." – Carl Rogers

Die Therapiegruppen sind keine Prüfungsräume – sie sind Entwicklungsräume.

Aus Fremden werden vertraute Kolleginnen und Kollegen

Mit der Zeit entsteht in den Gruppen etwas, das über die Ausbildung hinausgeht: Aus Fremden werden vertraute Kollegen, die sich gegenseitig unterstützen, Erfahrungen austauschen und sich fachlich wie persönlich begleiten. Viele Teilnehmende treffen sich auch außerhalb der Ausbildungsabende, organisieren gegenseitige Supervision oder vertiefen gemeinsam einzelne Methoden.

Diese Lerngemeinschaft gehört für viele ehemalige Teilnehmende zu den wertvollsten Aspekten der gesamten Ausbildung. Denn therapeutisches Arbeiten ist keine Einzeldisziplin – auch erfahrene Therapeutinnen und Therapeuten nutzen regelmäßig Intervision und Supervision, um sich fachlich weiterzuentwickeln.

Neugierig geworden?

Wenn Du selbst erleben möchtest, wie sich diese Arbeitsweise anfühlt, ist unser Schnupperabend am 20.07 (19–20 Uhr, für 0 Euro) ein guter Einstieg – oder der praxisnahe Workshop am 01.08. Integrative Gestalttherapie

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Rainer M. Müller

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